Verhalten

Dominanz, ein alter Hut
Streitigkeiten unter Hunden

Erziehung


Hundeschulen, Erziehung muss her
Erziehung und Russells

Ernährung

Kochen für den Hund
  Ran ans Menue I
  Ran ans Menue II (Leckerchen)

HUNDESCHULEN

Zu Zeiten meines ersten Hundes (ein Mischlingsrüde aus dem Tierheim) gab es keine Hundestunden oder gar Welpenspielgruppen, sondern nur "Schäferhundvereine". Auf deren Übungsplätzen herrschte die Brutalofraktion, und wir machten einen großen Bogen um sie.

Heutzutage gibt es Hundausbilder, Verhaltensberater, Hundeflüsterer, Kynopädagogen und zig "Stile" der Hundeerziehung. Sich als Hundeschulneuling zu orientieren, ist nicht einfach. Ich habe mit dem Paul drei Kurse besucht und unsere Erfahrungen waren durchwachsen.

Kurs I

In der Welpenspiel- und Prägestunde, trafen Hunde zusammen, die körperlich wie geistig auf auf sehr ungleichem Entwicklungsstand waren. Von Junghunden großer Rassen wie Schäferhund, Labrador, Rottweiler etc. bis hin zu Welpen wie eben Klein-Paulchen. Für gröbere Rempeleien bis hin zu Mobbing fühlten sich die Trainer nicht sonderlich zuständig. Viele Verhaltensweisen der Hunde wurden unreflektiert kommentiert ("Das ist jetzt Dominanz"). Für Klein-Paulchen war die Gruppe zu unorganisiert und zu "wild". Unter soviel Ablenkung machte er rein gar nichts mehr. Sobald er auf dem Welpenplatz war, hatte er alles vergessen. Und bestätigte mit seinem Verhalten die Trainer in ihrem Glauben, dass Jack Russells unerziehbar seien.
Die Trainer hatten sicherlich das eine oder andere Buch gelesen, aber keinerlei Ausbildung (z.B. durch den Besuch von Seminaren oder Fortbildungen). Hilfe durch Rat und Tat habe ich nicht bekommen. Dafür aber einen Hund, der in Manier der Vorwärtsverteidigung Großhundschnauzen tackerte.

Kurs II

Die Anfängergruppe eines Hundetherapeuten umfasste Hunde jeglichen Alters und jeglicher Größe. Trotz dieser "wilden Mischung" wurde in dieser Gruppe nie ein Hund über den Haufen gerannt oder gar gemobbt. Der Trainer hatte immer ein Auge drauf und hielt auch die Besitzer an, auf ihre Hunde zu achten. Leider wollte Klein-Paulchen auch in dieser Gruppe nicht zeigen, dass er jemals etwas gelernt hatte. Was ohne Ablenkung zuhause problemlos funktionierte, war jedesmal komplett "futsch". Für mich war klar, dass ich in viel kleineren Schritten vorgehen musste, für den Trainer war klar, dass mein Hund ein Kasper-Hauser-Syndrom aufwies und ich schwere Fehler gemacht hatte.

Kurs III

Paul war mittlerweile dem Welpenalter entwachsen. Also besuchten wir einen Junghundekurs. Alle Sitz und los geht es. Immer schön monoton im Kreis. Paul zeigte demonstrativ sein Desinteresse, winselte und kaute verzweifelt an der Leine, was er bis dahin noch nie gemacht hatte. Nach einer halben Stunde hatte mich mein Mut gänzlich verlassen. Die Trainerin gab mir genervt den Rat, es mit einer Welpengruppe zu versuchen. Fluchtartig verließen wir den Platz.
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Einen Versuch wollte ich noch wagen. Ich nahm telefonisch Kontakt zu einem Hundeausbilder auf, der uns empfohlen wurde. Lange dauerte das Gespräch nicht. Ich solle bitte erst einmal einen Fragebogen ausfüllen: "Darf der Hund aufs Sofa oder gar ins Bett"?.

Och nö, hat sich schon erledigt, Danke auch.

Seitdem haben wir keine Hundeschule mehr besucht. Und ehrlich gesagt, ist mir die Lust auch etwas vergangen. Ich war beizeiten sehr verwundert darüber, wie dogmatisch die einzelnen Hundetrainer "ihre einzig wahre" Methode verteidigten. Und noch verwunderter war ich über die Hundehalter, die diese eine Methode zu 1000% ebenso heftigst verteidigten. Eine Methode wird ja nicht richtiger, nur weil sie alle proklamieren.

Sicherlich sind unsere Erfahrungen nicht die Regel, sie zeigen aber deutlich, dass keinerlei Qualifikation nötig ist, um eine Hundeschule aufzumachen.